Der Umgang mit Wut und Hass
Wut und Hass sind verbreitete Gefühle, die einen hohen Leidensdruck bei Betroffenen auslösen. Dabei ist es wichtig, zwischen den beiden Gefühlen und Herangehensweisen zu unterscheiden!
Wut ist die berühmte glühende Kohle, die wir aus buddhistischer Sicht in Händen halten. Sie schmerzt, wir wünschten sie wäre weg, doch wir können sie nicht loslassen. Wut ist Ablehnung von dem was nunmal ist wie es ist und der verborgene Wunsch, es durch Widerstand anders zu haben.
Im ThetaHealing® z.B. wollen wir bei Wut durch das Graben nach Glaubenssätzen im Endeffekt herausfinden, was selbst an Gutem erschaffen wurde durch die einstige Situation, in der die Wut entstand.
Ein mögliches Beispiel wäre eine Frau, die wütend auf ihre Eltern ist, weil sie sich einst nicht um sie gekümmert hatten, die aber nun ihre eigenen Kinder ganz vorbildlich behandelt. Im diesem Beispiel ist das Versagen der Eltern der Frau quasi die wutbesetzte Negativerfahrung, die ihr aber half, selbst eine gute und liebevolle Mutter zu werden (“Meine Eltern zeigten mir, wie es nicht geht und nun bewahre ich andere davor, dasselbe zu erleben wie ich).
Dieser Wunsch ist das Positive am vergangenen Negativen und wenn es wirklich erkannt wird, kann es dazu führen, dass wir Wut wirklich loslassen.
Im Grunde ist der Mechanismus nachvollziehbar und hilfreich und es ist auch meine Erfahrung, dass die meisten Menschen die Wut aufgrund einer vergangenen Erfahrung fühlen, nicht sehen können oder unbewusst nicht sehen wollen, was an Gutem sie daraus gelernt haben.
Hass ist aber eine ganz andere Baustelle aus meiner Sicht und sollte auch anders adressiert werden, denn Hass wird ab einem gewissen Punkt vom eigenen System als Bedrohung empfunden.
Oft haben Menschen mit viel Hass bewusste oder unbewusste Gedanken wie:
- Ich hasse alle Menschen
- Ich hasse das Leben
- Ich hasse diese Welt
- Ich möchte alle abschlachten, würde das aber nie tun
- Es ist zu spät
- Das Leben ist eine Bürde
- Die Dunkelheit ist mein Zufluchtsort, versteht mich, gibt mir Trost (Sieht man als unbewussten Ausdruck schön in Gothic und Co., auch in der Idee der Schönheit von Vampiren, dem missverstandenen Bösen, Satanismus etc.)
Wenn dieser Punkt erreicht ist, dann, so seltsam es vielleicht klingt, würde das System selbst lieber sterben als seinen eigenen Hass vollumfänglich einzugestehen.
Der Hass selbst wird also unbewusst als Bedrohung erlebt (Bsp.: Würde ich meinen Hass ehrlich zeigen, würde ich alle verletzen und dann wäre ich alleine und könnte die Einsamkeit nicht ertragen).
Wenn wir unseren eigenen Hass unbewusst als Bedrohung sehen, dann können wir nicht anders, als ihn weiter zu verdrängen. Dadurch wächst er und es wird immer schwieriger, ihn in irgendeiner Weise wirklich anzuschauen, mehr noch, er wird manchmal sogar als Kraft oder Motiv missverstanden.
Dahinter stecken oft Glaubenssätze des Überlebensselbst, jener Instanz unseres Geistes, deren Aufgabe es ist, uns vor dem Tod oder Schmerz zu schützen bzw. erlittenen Schmerz nicht mehr wieder zu erleben. Hier bilden sich die entsprechenden Prägungen meist in der Kindheit oder stammen aus genetischen Informationen unserer Ahnen:
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- Wenn ich meinen Hass zeige/eingestehe/mitteile, dann werde ich verlassen
- Wenn ich meinen Hass eingestehe, bin ich alleine
- Wenn ich in Kontakt mit meinem Hass komme, werde ich nie mehr Liebe finden
- Wenn ich in Kontakt mit meinem Hass komme, werde ich verletzt
Dazu kommt, dass vor Allem in der Kindheit Hass eigentlich ein Wunsch nach und sogar ein Ausdruck von Liebe ist. Wenn man das in einem unbewussten Wunsch ausdrücken müsste, könnte er in etwas so lauten:
“Ich hasse Dich und ich will Dich verletzen um zu erleben, dass Du mich dennoch liebst”.
Diese Schleife kann Wut über Jahrzehnte aufrechterhalten und ist schwer auszumachen, da man eben nicht vermutet, dass der Wunsch zu verletzen gleich dem Wunsch geliebt zu sein ist.
Hass kann ein verdeckter Wunsch nach Vergebung sein.
Daher wäre eine Möglichkeit um bei Hassthemen in die Tiefe zu gehen, nach den Verboten von Hass und deren Gründen zu suchen. Wird Hass durch die eben beschriebenen Szenarien zurückgehalten, dann kann er sich äußerlich in den gegenteiligen Manifestationen zeigen:
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- Scham
- Schüchternheit
- Introvertiertheit
- People Pleaser
- Menschen die sich Dir gegenüber wie Kinder verhalten
- Einsamkeit
- sich unverstanden fühlen
- “Niemand kann mir helfen” Gedanken
- etc.
Was es braucht ist salopp gesagt die erwähnte Erfahrung, dass man der gesamten Schöpfung aus ganzem, durch Schmerz verdunkeltem Herzen sagen kann, wie sehr man hasst und darauf ein “Das ist ok, ich verstehe Dich, Du hast Recht und ich liebe Dich” fühlt. Es geht also um die Erfahrung, dass der eigene Hass nicht gefährlich ist, was gerade bei Hass aber eben unbewusst oft angenommen wird.
Dadurch wird der Kreislauf komplettiert und der Hass offenbart sich als verdeckter Hilfeschrei von etwas in uns, dass in Wahrheit sehr liebt.
Die Folge können Mut, Lebensfreude, Kraft, Vertrauen, Hingabe und vor allen Dingen das Gefühl absoluter Freiheit sein. Es kann sich anfühlen, als gäbe es keine Grenzen mehr, als wäre plötzlich alles möglich und als würde man zu Allem ja sagen können, weil man in sich selbst wahren Frieden gefunden hat.
Diesen wahren Frieden wünsche ich Dir, die Transzendenz von Wut und Hass 🙏
