Schamanismus und Trance

Veröffentlicht von Stefan Rath am

Schamanismus und Trance

Längst lässt sich das vermehrte Interesse an Schamanismus, den Kulturen in denen er praktiziert wird und seinem Weltbild nicht mehr länger leugnen. Im Gegenteil, die Praxen von schamanischen Heilern sind voll, Prominente begeben sich vermehrt in deren Hände und das im Westen kursierte Image des „verstaubten Eingeborenen“ ist längst dem Erkennen oder Erahnen vom Wert dessen Lebensart gewichen, gerade wenn es um all die zahlreichen Themen geht die eine moderne Gesellschaft als Zivilisationskrankheiten mit sich bringt.

Und so stellt sich natürlich auch die Frage, kann ich das selbst auch praktizieren? Ich als westlicher Mensch mit Schulausbildung samt Auto und Wohnung? Zumindest so ein ganz klein wenig?

Die Antwort ist erfreulich: Ja, das kannst Du! Die viel wichtigere Frage lautet jedoch: Wo kann ich das wirklich fundiert und sicher erlernen?

Nun, ganz sicher nicht in einem Blog-Artikel, allerdings kann ein solcher Artikel Dir sehr wohl ein „Gefühl“ dafür geben, worum es da von der Technik des Bewusstseins her geht und Dir auch eine kleine Anleitung für die ersten, wohlgemerkt wirklich ERSTEN, Schritte sein damit Du eine sichere Trance-Erfahrung haben kannst.

Vorraussetzungen für schamanische Praxis

Nun, dann lass uns mal hineinschnuppern:

Das Allererste was Dir dabei klar und deutlich gesagt werden darf, sind die Vorraussetzungen die gegeben sein müssen um eine solche Erfahrung zu erwägen:

    • psychische Gesundheit
    • ausreichend stabiler sozialer Hintergrund
    • Stabilität im eigenen Leben und dessen Erhaltung
    • eine gewisse Grunderfahrung in Meditation bzw. Visualisation
    • die Abwesenheit von halluzinogenen Substanzen in Deinem System

Sollte dies alles auf Dich zutreffen, dann hoffe ich, dieser kleine Leitfaden erhellt ein wenig den Weg hin zu Trancearbeit und erweiterter Wahrnehmung.

Das schamanische Weltbild

Werfen wir nun mal einen kurzen Blick auf ein mögliches, theoretisches Arbeitsmodell mit dem Du aus schamanischer Sicht Deine Erfahrungen einordnen kannst. Ich beziehe mich hier nun auf ein klassisches, Core-Schamanisches System, charakterisiere die wichtigsten Bereiche die Du zum Einstieg brauchst und versuche, Dir ein Gefühl für die ganze Sache zu geben.

Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sehr wohl aber auf Sinnhaftigkeit. Bitte glaub mir vorerst einfach mal, es gibt keinen Menschen, der einen Text zu diesem Thema schreiben könnte dem jeder zustimmt, doch das macht ja auch nichts. Vielleicht kannst Du es einfach als Anregung nehmen.

Beginnen wir mit dem Grundlegenden:

Wir nehmen einfach eine Unterteilung des gesamten feinstofflichen Seins in 3 Bereiche vor und nennen diese Welten:

Obere Welt

Ihr untersteht alles, was wir Menschen mit heilig, erhaben, ewig, göttlich, zeitlos, Sinn, Zusammenhang, Ordnung etc. verbinden sowie das Höhere Selbst (Stell Dir einfach Dich selbst vor als eine Version frei von allem was falsch ist, dann kommst Du dem Begriff recht nah) und transzendentales Bewusstsein (ein Zustand, in dem Du nicht mehr an das gebunden bist, was Du für real hältst).

Mittlere Welt

Sie ist die Ebene der reinen Bewusstseinsformen, bzw. aller Wesen, die unserer stofflichen Sphäre am nächsten stehen. Als Ebene charakterisiert sie weiters jene Form von Wahrnehmung, bei der Du die Information hinter der materiellen Erscheinung sehen kannst, also z.B., wenn Du mit den Augen ein Feuer sehen würdest, siehst Du hier vielleicht ein tanzendes Streichholz. Oder wenn Du das Meer sehen würdest, siehst Du vielleicht ein Wesen mit Dreizack (sofern Du z.B. griechische Mythologie gelesen hast, denn alles, was Du je aufgenommen hast, prägt natürlich Deine Wahrnehmung).

Untere Welt

Ihr sprechen wir jetzt mal z.B. alles reaktiv Unterbewusste, die subjektive Gefühlswelt, das Elementare, Urkräfte, Elemente wie Feuer oder Erde usw. zu.

Zusammengefasst:

Die schamanische Welteneinteilung
im sog. Core-Schamanismus nach Michael Harner:

  • Obere Welt
  • Mittlere Welt
  • Untere Welt

Der Standard-Übergang in die Trance erfolgt nun anfänglich durch eine Ausrichtung des Bewusstseins in die Untere Welt, von dort aus sind alle anderen Ebenen durch die etablierte Trance leichter zugänglich.

Das schamanische Reisen


– Man bereitet sich durch eine optimale Umgebung vor

Darunter fallen anfangs ein verschlossener Raum, der einem vertraut ist, mindestens eine halbe bis eine dreiviertel Stunde Ungestörtheit, ein Partner mit Trommel oder ein entsprechender Tonträger (bzw. später natürlich auch eine eigene Trommel), eine bequeme Unterlage zum Liegen, Dunkelheit, bzw. eine Augenbinde (je dunkler umso leichter fällt anfangs die Reise) und natürlich körperliches (satt und ausgeschlafen) und geistiges (Ruhe, Leichtigkeit) Wohlbefinden.

– Entspannung eigener Wahl

Wichtig ist vor allem das absolute Abschalten vom Alltag und das Verweilen im Moment. Starke gedankliche Aktivität bzw. Stress sollten vorher abgebaut werden.

– Gewünschte musikalische Untermalung

Anfangs eignen sich am Besten Trommelrhythmen mit 5 Hz, Chantchoräle o.ä.) und zur Einleitung der Trance visualisiert man einen Ort der Wahl an dem sich eine Gelegenheit bietet, in die Tiefe zu springen.

Dies ist traditionell von Kultur zu Kultur verschieden. Bewährt haben sich vor allem Abgründe jeder Art, Löcher welche in die Tiefe führen, aber auch Wasserfälle und Stiegen. Wichtig ist, dass man den Ort bereits kennt, je intensiver desto besser und ihn nach einigen gelungenen Reiseversuchen auch nicht mehr wechselt, damit das Gehirn (konkret das Unterbewusstsein) eine bleibende Assoziation herstellen kann.

An diesem Ort verweilt man solange, bis man das Gefühl hat, tatsächlich dort zu sein. Dies ist als einer der zentralen Punkte bei der Technik des schamanischen Reisens zu werten.

Überprüfen kann man dies folgendermaßen:

Wenn man die Umgebung, in der man sich befindet, nicht mehr mit Gedanken manipulieren kann, also z.B. einen Stein nicht mehr zum Verschwinden bringen kann, dann ist die Visualisierung ausreichend intensiv, man ist für sich selbst tatsächlich an diesem nun „realen“  Ort.
Die eigentliche Trance findet hier ihren Anfang, denn um ein derartiges Aufgehen in der Visualisierung zu ermöglichen, muss bereits Abstand vom alltäglichen Denken genommen werden und eine Art Fließen entstehen, bei dem aber dennoch das Bewusstsein aufrechterhalten werden kann.
Hat man nun dieses völlige Aufgehen in der Visualisierung erreicht, ist sie also für einen selbst „real“ geworden, so begibt man sich zu dem Platz von dem aus man „springen“ möchte. Ich meine, dass ein Maximum an Visualisierungsdetails wünschenswert ist und sich die Klarheit der später gemachten Eindrücke dadurch um ein Vielfaches erhöht (Unser Gehirn kann dann einfach leichter in dem entsprechenden Zustand „gehalten“ bzw. Wahrnehmungen verarbeitet werden).


– Die Phase des „Fallens“

Nun stürzt man sich in den Abgrund, wie auch immer er in der eigenen Visualisierung aussehen möge

Dies ist anfangs meist der kritischste Punkt der Reise. Hier muss der Fluss gewahrt bleiben, denn in diesem Moment erfolgt der Übergang vom eigenen Visualisieren zur tatsächlichen Wahrnehmung der feinstofflichen Wirklichkeit. Der Fall wird in den meisten Fällen als sehr intensiv wahrgenommen. Während des Sturzes sollte man versuchen, die Umgebung durch die man fällt, wahrzunehmen, ohne sich durch das alltägliche Denken aus dem Fall herausreißen zu lassen.
Je stärker anfangs die Visualisierung war, umso leichter bleibt das Denken und Wahrnehmen des Schamanen im Zustand der Trance erhalten.
Sollte man während des Fallens „hängen, bzw. stecken bleiben“, so ist dies ein Indiz für unterbewusste Hemmnisse, die den Übergang behindern. Es kann versucht werden, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um das Fallen fortzusetzen, weitere Manipulationen sollten erst bei ausreichender Erfahrung vorgenommen werden.

Nur ruhig Blut ,denn kurz gesagt: Der Fall dauert solange er nunmal dauert.

Sollte das Gefühl eines „Nicht-enden-Wollens“ des Sturzes auftreten, so kann durch den leichten Wunsch eines Ankommens am Boden, wenngleich auf einer sehr subtilen Ebene, Abhilfe geschaffen werden. Keinesfalls darf ein starkes Drängen entstehen, da dies zu einem abrupten Abbruch der Trance führen kann, bzw. durch das eigene Denken ein sich Besinnen auf den eigenen im Zimmer liegenden Körper auftritt, welches die Trance ebenfalls beendet.
Es ist anfangs oft ein Tanz auf Messers Schneide und die Kunst des Schamanen, die es als Erstes zu beherrschen gilt. Grundsätzlich sollte aber der Fall solange ausgeführt werden, bis er von selbst endet, d.h. bis die Entkoppelung und der Übergang sich vollzogen haben.

– Die Phase des Fallens endet

Der erste Schritt ist nun die genaue Beobachtung der „Umgebung“, sowie die ersten Versuche sich mittels eigener Konzentration in dieser Welt zu bewegen.

– Durchführen der schamanischen Arbeit

Dazu kannst Du gern unsere anderen Blogbeiträge lesen oder noch besser unsere Kurse besuchen, wir freuen uns auf Dein feedback und gemeinsame Erlebnisse!


– Das Ende der Reise

Wenn man schließlich die Reise beenden möchte, kehrt man an den Ort zurück, an dem man nach dem Fall gelandet ist und steigt zurück nach oben in die „alltägliche Wirklichkeit“.

– Die Erdung

Diese dient der Entkoppelung des Bewusstseins von der Tranceebene, damit im alltäglichen Bewusstsein keine Überflutung durch unbewusste Inhalte anderer Ebenen auftritt, welche auf die Dauer manche nahe zum Wahnsinn treiben würden. Es muss also gelernt werden, sich von den empfangenen Inhalten abzuschirmen. Der Vorgang der Erdung ist jedem individuell überlassen, sollte anfangs jedoch folgender Prozedur ähneln:

Man sagt sich im Inneren man werde bis 4 zählen. Bei 3 werde man die Augen öffnen, bei 4 wieder ganz in seinem Körper ruhen, sich angenehm entspannt und konzentriert fühlen und sich herzhaft strecken. Dies wird dann unmittelbar ausgeführt. Das Strecken dient dazu, durch den Körper über den Muskeltonus einen Impuls auf das Bewusstsein auszuüben, damit die Verbindung zwischen beiden unterstützt und gestärkt wird.


– Abschluss

Anfangs sollten nicht mehr als max. 2 Versuche pro Woche erfolgen, der Magen sollte stets leer sein, kein Alkoholgenuss oder Müdigkeit vorliegen, Nikotin wirkt bei manchen Menschen positiv bei anderen negativ.

Zu Beginn des Übens wirkt die abendliche Dunkelheit übrigens förderlich. Bei Krankheit ist Anfängern vom schamanischen Reisen abzuraten!

Sollte sich nun ein starkes Hungergefühl bei Dir einstellen ist dies ein gutes Indiz für eine gelungene Reise. Der Hunger sollte rasch gestillt werden, da anfangs die Trance ohnehin eine durchaus nennenswerte Belastung für den Körper, insbesondere für das Gehirn und das Nervensystem, darstellt. Ruhe und Zeit zum Verarbeiten sind anzuraten.

Was Du beachten solltest

Hier nun zum zweiten Mal:

Ich empfehle jedem Interessierten seine ersten schmanischen Versuche nicht auf eigene Faust zu unternehmen. Solltest Du es dennoch tun, möchte ich Dir wenigstens einen kleinen Rat mit auf den Weg geben…

Das Aufnehmen von Gegenständen aus der Umgebung in der Unteren Welt oder Annehmen von auftauchenden Wesenheiten in der Unteren Welt sollte anfangs tunlichst vermieden werden, im Notfall sollte die Reise sogar abgebrochen werden.
Es ist zwar richtig, dass man diese Sache in das Gefühl und das Ermessen des Ausübenden legen sollte, jedoch habe ich oftmals bemerkt, dass bei unerfahrenen Menschen keine eindeutige Klassifizierung der auftauchenden Situationen möglich ist; d.h. es kann nicht erkannt werden ob der Gegenstand nun tatsächlich positiv oder negativ ist.

Dies mag anfangs an einer Überforderung des Bewusstseins liegen und verschwindet mit zunehmender Erfahrung völlig oder ist auf die eigene Naivität zurückzuführen vor der niemand je ganz gefeit ist.
.. Ich schon gar nicht!

Für alle Fortgeschritteneren erfolgt dann nach routiniertem Umgang mit der Trance meist als erstes die Suche nach dem „Krafttier“, welches als Schutzgeist bzw. Berater auf einer tiefen Ebene angesehen werden kann und stets einen großen Teil von Dir selbst repräsentiert.

Als nächstes erfolgt meist der Vorstoß in die Obere- und die Mittlere Welt. In der ersteren wird der sogenannte „Oberwelt-Lehrer“ gesucht, der aus der Sicht mancher dem Höheren Selbst äquivalent ist… Ich sehe das halt nicht so.

Der „Schamanische Tod“, die „Zeitspirale“, das „Haus des Schamanen“, das Erwerben zusätzlicher geistiger Entitäten, das Erlangen diverser Fähigkeiten wie z.B. Regentanz, Seelenrückholung, Heilen, Kämpfen, Verteidigen, das sog. „Schamanische Biegen“, „Klammern“, „Evokationen“ (Anrufungen), „Der Schamanische Seelen-Flug“, „Psychopompos“ (Das Geleiten verstorbener Seelen in die nächste Ebene), „Sehen“, „Extraktion“ u.v.m. sind weiterführende Techniken, mit deren süßem Wortklang ich Dir den Mund wässrig machen möchte.

Übrigens:

Ich persönlich finde schon,dass Neugierde nie eine Sünde ist.
Respektlosigkeit vor den Kräften des Lebens allerdings schon!!!

Ich wünsche Dir frohes Lernen, gesunden Respekt, die Weisheit Dich zu melden bei Fragen die wichtig sind und deren Antwort Du nicht kennst und was am wichtigsten ist: alles Liebe von Herzen!

KOSTENLOSES ThetaHealing® Infowebinar

Jetzt unverbindlich anmelden!

Mehr erfahren

Nächstes ThetaHealing® Basic-DNA Seminar

Fr-So, 10-12.12.2021
Via: ZOOM