Familienmuster auflösen: Familie als Geschenk und Prüfung

Veröffentlicht von Stefan Rath am

Drei Generationen Hände übereinandergelegt als Symbol für Familienmuster auflösen

Es gibt kaum einen Menschen, der beim Gedanken an seine Familie nur eines fühlt. Meistens ist es beides gleichzeitig: Wärme und Enge, Zugehörigkeit und Schmerz, Heimweh nach etwas, das vielleicht nie ganz so war, wie man es sich gewünscht hätte. Dieses Spannungsfeld ist der Kern dessen, worum es geht, und es ist auch der Ursprung der meisten Familienmuster, die wir unbewusst mit uns tragen.

Die Familie verkörpert für viele Menschen einen tiefen Wert, wenngleich dieser Wert zunehmend in Frage gestellt und von manchen bereits als überholt betrachtet wird. Vielleicht weil er so viel von uns verlangt. Von Tradition bis Bevormundung, Verbundenheit bis Verbannung, sicherer Zugehörigkeit bis hin zu Gewalt ist das Spektrum der Erfahrungen breit gestreut.

Was also bedeutet Familie aus spiritueller Sicht für unser Menschsein, aber auch für unser nach Erwachen strebendes Bewusstsein?

Die Genetik als Erfahrungsschatz über Generationen

Die Genetik, mit ihrem zutiefst prägenden Erfahrungsschatz über 7 Generationen hinweg, kann uns ein tiefes Identitätsgefühl und Zugehörigkeit schenken. Familie kann Heimat sein, Rückhalt, ein Ort, an dem wir die Grundlagen des Menschseins erfahren und leben: Zusammenhalt, Unterstützung, Verständnis, Mitgefühl und Verbundenheit.

Doch völlig unabhängig davon, ob wir eine aus unserer Sicht intakte Familie haben oder nicht, stellt sich stets die Frage, inwiefern sie unser So-Sein und den damit verbundenen Weg unterstützt oder einschränkt. Gemeinschaft bedeutet nunmal nicht Gleichheit, Zugehörigkeit bedeutet nicht unisono die Aufgabe der eigenen Identität, und so finden sich viele Menschen mit der Aufgabe konfrontiert, ihren eigenen Weg in Harmonie und Einklang zu bringen mit dem So-Sein ihrer Ahnen.

Lernaufgaben, die sich durch Generationen ziehen

Hier ist es wichtig zu wissen, dass der eigene Weg in der Tiefe stets von Lernaufgaben geprägt ist. Diese individuellen Lernaufgaben aber passen, ob es uns bewusst ist oder nicht, stets zu den Lernaufgaben der Ahnen, auch wenn es durch erfahrene Verletzungen im Familienfeld manchen anders erscheinen mag.

Es ist leicht, in der eigenen Familie Dinge zu finden, die unbewusst, verbohrt oder aus der eigenen Sicht unpassend sind, doch sollten wir uns da nie zu sicher sein. Wenn es triggert, hat es mit uns zu tun, so einfach ist das. Der eigene Weg wird letzten Endes genau diese Themen in uns lösen und so der ganzen Ahnenlinie einen Schritt ermöglichen. Mit welcher Intensität der Seele dabei das Wohl der Ahnen wichtig ist, beeindruckt mich jedes Mal aufs Neue.

Wenn Loyalität zur Last wird

Familie kann aber leider auch der Ort traumatisierender Prägungen sein. Auch wenn "Blut dicker als Wasser ist" und die Familie ihre besondere Bedeutung verdient, heißt das nicht, dass Loyalität auf Kosten des eigenen Wohls vernünftig wäre. Es gibt Fälle, in denen ein Abschied das einzig Richtige ist, und sei es, um später geheilt den Kontakt neu zu suchen.

Unsere Ahnen sind aber gar nicht wirklich außen, sie stecken tief in uns, in jeder Zelle. Wie auch unser Unterbewusstsein verteidigen sie ihre Sicht auf die Welt, haben ihre eigenen Ängste und Nöte, und auch wenn es im Fall der Fälle schwer sein kann, sie zu akzeptieren, Respekt verdienen sie.

Wir alle sind schließlich Lebewesen, wir lachen und weinen, leiden und genießen, und im Gegensatz zu Außenstehenden werden die Ahnen immer tiefer mit unserem Wesen verbunden sein, immer mehr Anteil an den eigenen Erfahrungen haben und für unsere Seele etwas Besonderes bleiben. Der Biologe Rupert Sheldrake beschreibt mit seinem Konzept der morphischen Resonanz etwas Ähnliches auf wissenschaftlicher Ebene: die Idee, dass Verhaltensmuster und Erinnerungen sich über Felder übertragen, die über das Individuum hinausgehen.

Familienmuster auflösen beginnt nicht in der Familie

Was viele verwirren mag: Familienmuster auflösen gelingt selten innerhalb der Familie selbst. Es ist zwar richtig, dass ein familiäres Problem durchaus in die Familie gehört, doch die Lösung wird selten dort gefunden. Dies liegt an der inhärenten Betriebsblindheit, der wir alle in Bezug auf unsere Prägung unterliegen. So war es in Stammeskulturen normal, die Familie mit der Erwachsenenreife zu verlassen, um durch eigene Erfahrungen zu sich selbst zu finden. Die Aufgabe der Familie war es dabei, wahre Liebe zu leben, indem sie ihren Nachwuchs freigab. Was wir heute Familienmuster auflösen nennen, war in diesem Sinne kein therapeutisches Konzept, sondern gelebte Kultur.

Warum die westliche Kultur die Familie verloren hat

Als spiritueller Mensch macht es mich traurig zu sehen, wie die Familie in der westlichen Kultur immer mehr aus dem Zentrum verbannt wird. Warum? Weil aus spiritueller Sicht alles miteinander verbunden ist und wir, so wir diese Verbundenheit durch die Menschwerdung zeitweilen verlassen, Ersatz brauchen. Es ist also kein Zufall, dass wir biologisch gesehen Säugetiere, also Sozialwesen sind, und wo wäre eine bessere, tiefere Möglichkeit, Verbundenheit zu lernen, als im Schoß der Familie?

Leider ist dieser Schoß aber zeitgleich auch der Brennpunkt innerer Veränderung, wo unterbewusste Konflikte am direktesten zu sehen sind. Je tiefer der Kontakt, desto mehr wird hochgebracht: ein Segen für die Entwicklung, manchmal ein Fluch für das schnelle Wohlfühlenwollen.

Familienmuster auflösen: Familie als Pforte zur Einheit

Ich glaube, Familie ist ein Ausdruck der Einheit und somit eine Pforte zu dieser. Sie zu nutzen bedeutet, den inneren Boden dafür bereitet zu haben, und das obliegt jedem selbst, es hat nichts mit den anderen zu tun.

Welches Verhältnis Du auch immer haben magst, auf tiefer Ebene bist Du dem Ahnenfeld als Mensch entsprungen, bist auf Zellebene verbunden und kannst im Feld ein Echo Deines eigenen Karmas spüren.

Was mich in meiner Arbeit immer wieder berührt: Sobald jemand ernsthaft beginnt, die eigenen Familienmuster auflösen zu wollen und dabei nicht die anderen, sondern sich selbst in den Blick nimmt, öffnet sich etwas. ThetaHealing® ist dabei eines der Werkzeuge, das ich am tiefsten schätze, weil es nicht bei der Analyse bleibt. Es geht direkt dorthin, wo diese Prägungen sitzen: ins Unterbewusstsein, in die Zellen, in das, was wir von unseren Ahnen mitbekommen haben.

Wenn Du spürst, dass familiäre Muster Dein Leben noch immer schwächend beeinflussen, ist das Basic DNA Webinar vielleicht ein guter nächster Schritt.

So schließt sich der Kreis: nicht indem wir die Familie verändern, sondern indem wir uns selbst begegnen.

Frieden beginnt in uns selbst 🙏💚

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